Sieg beim ersten 24 Stunden MTB-Rennen in Stuttgart für das MHW Cube Racing Team

Das Rennen beginnt.

Stuttgart, Punkt 15:00Uhr fällt am Samstag der Startschuss zum ersten Mountainbike Rennen. Auf den topografisch eigentlich topfebenen Fildern hat der Veranstalter das Messegelände beim Flughafen in eine anspruchsvolle Rennstrecke verwandelt.

Nicht nur der schnelle Wechsel zwischen spiegelglattem Betonboden in der Halle 5. Auch Asphalt, Schotterpisten und die Ackerkrume auf den Fildern fordert von den Fahrern das volle Können ab. Als 8ter Team mit am Start auch Fahrer vom MHW Cube racing team. Zwischen den Jahren 2009 und 2012 haben die damals erst 16 jährigen Burschen bereits 4.mal in Folge die Weltmeisterschaft im 24 Stunden Mountainbiken gewonnen. Mittlerweile tummeln sich die Sportler der TURA Untermünkheim auf Bundesliga und Weltcup Rennen. „Wir haben bedingt durch unseren Erfolg in der olympischen Cross Country Disziplin diese 24 Std. Events etwas aus den Augen verloren. Allerdings gibt es im Radsport nichts Schöneres als im Team ein solches Event zu bestreiten“ sagt JanEric Müller einer der Fahrer im Interview. Als 8ter Team sind die Untermünkheimer extrem schnell Unterwegs, geschlafen wird eigentlich gar nicht.

Knallhart unterwegs.

Wer hier gewinnen will muss Vollgas geben. Immer wieder verschwinden die Fahrer am Ende der Halle 5 in der Dunkelheit der Nacht. Über Holzrampen und Treppen durch LKW Container hindurch geht es in Richtung Bosch Parkhaus. Speziell bei Nacht bildet die Kulisse mit dem Flughafen im Hintergrund eine spektakuläre Atmosphäre. Die Fahrer schrauben sich die Spirale im Parkhaus empor und auf der anderen Seite wieder hinunter. Auf einer Schotterpiste geht es nun auf den Filtern an Äckern vorbei. Der Wind bläst den Fahrern kalt ins Gesicht, als dann nachts bei knapp 10 Grad Celsius auch noch Regen aufkommt, wird jedem der Starter alles abverlangt. Die Qualität der Untermünkheimer Equipe kommt unter diesen Voraussetzungen erst richtig zum Vorschein. Selbst bei Nacht und Nässe werden die Rundenzeiten auf spiegelglatter Strecke nur unwesentlich länger. Der Veranstalter hat bei dieser Premiere mit 1000 Startern gerechnet, etwas über 700 Hundert Fahrer stehen dann tatsächlich an der Startlinie. Als Einzelfahrer, als Duo, Quartett oder 8er Team gehen die Teams auf die Piste. Immer nur maximal ein Fahrer von jedem Team darf auf der Strecke sein, die anderen wechseln sich nach und nach ein. Während die Freizeitfahrer für die 7,5km lange Runde zwischen 22 und 29 Minuten benötigen, wechseln die Untermünkheimer in durchschnittlich 15 Minuten ihre Fahrer in der extra dafür vorgesehenen Wechselzone.

Louis Brasda erklimmt das oberste Stockwerk im Messe Parkhaus

Louis Brasda erklimmt das oberste Stockwerk im Messe Parkhaus

Um 24 Uhr hat das Team der MHW Cube Equipe bereits einen Vorsprung von einer Runde auf seinen direkten Verfolger. Durch die langjährige Erfahrung weiss man allerdings, dass ein platter Reifen diesen Abstand in Sekunden zunichtemachen könnte. Aus diesem Grund geht es weiterhin mit Vollgas hinein in den Morgen. Von Anfang an halten die Untermünkheimer die Position des schnellsten Teams, „unheimlich wie kontinuierlich und knapp die Jungs auch untereinander unterwegs sind, sie fahren Ihre Rundenzeiten perfekt und präzise wie eine Schweizer Uhr“ hört man den Sprecher. Tatsächlich fahren alle 7 Jungs fast exakt die gleichen Rundenzeiten, auch die Grand Dame im Team Chiara Eberle, braucht nur etwas über eine Minute länger als Ihre männlichen Team Kollegen.

Um 15:00Uhr am Sonntag ist es geschafft, mit 89 Runden stehen die Sieger aus dem Kochertal auf dem Podest. 667,5 Km und knapp 8000 Höhenmeter zeigt der Computer als zurückgelegte Strecke an.

Ein anderes Rennen.

Parallel zum eigentlichen Event hat die Firma Bosch einen Wettstreit für Pedelecs ausgeschrieben. Man will Wissen in welcher Zeit ein E-Bike dieselbe Strecke bewältigen kann. Jeder Teilnehmer des 24Stunden Rennens war berechtigt sich für eine schnelle Runde anzumelden. Diese Sache wird zur schönsten Nebenbeschäftigung der TURA Sportler. Louis Wolf fährt schneller als Jan Eric Müller, dann werden beide abgelöst vom Ehemaligen Weltmeister Mike Kluge. Immer wieder versuchen andere Fahrer an diese Zeiten heran zu kommen. Kurz vor Schluss des Events konnte dann Sven Strähle aus dem Untermünkheimer Team die schnellste Runde sichern. Nun ist er glücklicher Besitzer eines Pedelecs. Allerdings ist die gefahrene Rundenzeit mit Elektro Hilfe mit 14 Minuten nicht schneller als seine Mountainbike Rennrunden. „Bei 25km/Std. schaltet der Motor ab, an manchen Stellen war ich über 40km/Std schnell.“ So Strähle im kritischen Gespräch mit den Bosch Motoren Entwicklern. Überglücklich und müde treten die Untermünkheimer am späten Sonntag die Heimreise an, man ist sich einig, das war nicht das letzte mal…

Fahrerlager bei Einbruch der Dunkelheit

Fahrerlager bei Einbruch der Dunkelheit

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